Erprobung der „Additionalen Priorisierung der Rettungskette in ländlichen Gebieten A.P.R.I.L.“

EDIT 02.04.2018: April, April! Es war natürlich nur ein Aprilscherz

Die Deutsche Post nimmt aktuell in Zusammenarbeit mit einigen Feuerwehren im Rheinland an einem zukunftsweisenden Projekt teil um in ländlichen Gebieten qualifizierte Ersthelfer bereitzustellen.

Ähnlich wie beim Konzept „Mobile Retter“ soll es möglich werden Brief- und Paketzusteller als Ersthelfer bei Bränden oder medizinischen Notfällen, hier insbesondere Kreislaufstillstände, ortsnah zu alarmieren.

Die Teilnahme erfolgt auf freiwilliger Basis und ist auf ländliche Gebiete beschränkt in denen sich man Zeitvorteile durch das Konzept erhofft. Durch die flächendeckende Präsenz der Deutschen Post durch ihre Paket- und Briefzusteller und deren Ortskenntnisse bietet sich eine Kooperation an.

Im südlichen rechtsrheinischen Köln wird das System in den Ortsteilen Wahn, Libur, Zündorf und Langel ab Anfang April in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Köln erprobt.  Als Pate fungiert die Löschgruppe Wahn-Heide-Lind.

Ein Mitarbeiter der Deutschen Post und gleichzeitig Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Köln nimmt  in den kommenden drei Monaten an der Testphase teil. Aufgrund der feuerwehrtechnischen  Vorkenntnisse erübrigen sich vorausgehende rechtliche Einweisungen und nötige Ausbildungen, sodass zügig in die praktische Erprobung eingestiegen werden kann.

Die Alarmierung erfolgt im Einsatzfall über eine Handy-App und wird durch GPS-Daten unterstützt. Der Einsatz erfolgt dabei zusätzlich zu den regulären Einsatzmitteln der Feuerwehr und des Rettungsdienstes. Der Einsatzbereich wird vorerst auf unbestätigte Brandmeldungen, Verkehrsunfälle mit verletzten Personen und medizinische Notfälle bei denen ein Kreislaufstillstand erkennbar ist beschränkt.

Für diese Aufgaben wurde auf dem extra bereitgestellten Zustellfahrzeug eine Grundausstattung an Einsatzmaterial untergebracht: Neben einer erweiterten Erste-Hilfe-Ausrüstung gehört auch ein Feuerlöscher mit 6 Kg ABC-Pulver dazu.

Um im Einsatzfall Sonderrechte und Wegerechte in  Anspruch nehmen zu können wurde das Fahrzeug mit einer Sondersignalanlage ausgerüstet. Aus verschiedenen Gründen entschied man sich für eine feste Montage statt eines aufsetzbaren Systems.

Ein weiterer Grund war, dass das Fahrzeug nach Ende der Erprobung zum innerbetrieblichen Brandschutz umgesetzt wird und dort weiter genutzt wird.